7. Juli … wenn selbst die Stille schweigt…

Kennt ihr das, wenn man nichts mehr fühlt? Wenn nur noch Leere einen ausfüllt und man manchmal inne hält, sie liebevoll ansieht und beinah schon froh ist, dass wenigstens sie geblieben ist. Ich weiß noch, da war mal Liebe in meinem Herzen und Wut in meinem Bauch. In meiner Seele wohnte das Licht und in meinem Geist die Dunkelheit und manchmal trafen sie sich, um miteinander still zu sein. Ich weiß noch, dass ich manchmal laut war und die anderen male ganz leise. Die Sehnsucht hab ich gekannt, die Einsamkeit und auch den Glücksmoment. Manchmal küsste es mich, das Glück und ich war dankbar und nahm an. Einmal hab ich es gefragt, warum es keine Spuren hinterlässt aber es schwieg und lächelte mich nur an…

Ich weiß was Sorgen sind, ich kenn die Angst; Angst nicht genug zu sein, ich hab sie ewig nicht mehr gehabt. Ich weiß noch, es gibt Träume, meine kenn ich längst nicht mehr. Und es gibt die Hoffnung, den Glauben und – was war das gleich noch mal? Ach ja, der Mut, der irgendwann verloren ging… Ich war manches mal fliegen, oben bei den Sternen; im Dunkeln konnt ich oft besser sehen. Wie stark meine Flügel einst waren, wie stark. Und ich weiß, was Abgründe sind, ich kenn jeden einzelnen in mir. Ich wünschte, ich könnt einen davon noch mal spüren…

Ich weiß, was Schmerz ist, wenn man ihn zu lange gewähren lässt dann frisst er sich durch einen durch. Er vernichtet alles, was ihm dabei in die Quere kommt und lässt nichts zurück als dieses unerträgliche Gefühl, dieser Welt nicht mehr standhalten zu können. Diese unendliche Qual in einem drin, die sich Hölle nennt und nie wirklich endet… Wie Tränen schmecken, daran erinner ich mich. Salzig und ich glaub, sie sind warm wenn sie über die Wangen rollen. Wie viele ich davon wohl runter geschluckt hab… Hass, das ist dieses Gefühl in einem drin, welches brodelt und einen von Innen heraus verbrennt. Eine unscheinbare Flamme, die vor sich hin schwelt bis nichts mehr übrig ist außer die brüllende Wut. Ich erinnere mich…

Jetzt, jetzt ist alles ganz still in mir. Nichts schreit mehr, nichts brüllt, nichts tut weh. Als hätt ich dieses Leben nie gelebt. Als wär nichts gewesen. Stunden hab ich schon verbracht, meine alten Gedichte zu lesen, die vielen Texte, mein aufgeschriebenes Leben aber es blieb einfach still in mir. Ob ich mich selbst mal anschreien soll? Mich aufwecken, vielleicht schlaf ich ja nur? Aber ich bleib still, war viel zu oft zu laut zu mir. Ich lausch der Stille in mir, fühl nach der Leere. Wann, sag mir wann wird sie auf mich über gehen, mich ganz verschlingen? Sie schweigt. Sieht mich an. Wie gern würd ich sie fragen, wo ich bin. Wo sind meine Erinnerungen, mein Leid, meine Freude, mein Leben? Was hast du damit gemacht? Aber auch ich schweige. Hab schon zu viele Fragen gestellt und nie Antworten bekommen…

Kennt ihr das, wenn nichts mehr fühlt, nicht mal mehr die Leere in sich selbst? Kennt ihr das und wisst, wie man wieder lebendig wird? Wie, sag mir wie geht man zurück ins Leben…

Bild von ddzphoto auf Pixabay 

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